Robert Radloff: Was ist wirklich das Schlimmste, das passieren kann?

Fehlerkultur, Scham, Selbstwert, Veränderung

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In dieser Folge spricht Gastgeberin Anna Papadopoulos mit Robert Radloff. Er ist Head of Strategy bei Airbus. Er ist Mitinitiator der FuckUp Nights in Hamburg und engagiert sich mit einem Verein für Fehlerkultur in Schulen. Im Gespräch geht es um den Umgang mit Fehlern. Es geht um Scham, Mut und psychologische Sicherheit. Und auch ganz persönlich um die Frage, wie wir lernen können, anders mit Unsicherheit und Scheitern umzugehen.

Warum wir Fehler wiederholen

„Warum wir die gleichen Fehler immer und immer wieder machen.“

Robert startet mit seiner eigenen Erfahrung bei Airbus. Er sollte die Qualität von Bauunterlagen verbessern. Die Prozesse wurden besser.

Aber eine Frage blieb: Warum lernen wir nicht aus Fehlern?

Er beschreibt, dass Fehler oft nicht geteilt werden, weil sie sich groß anfühlen.

Scham spielt dabei eine zentrale Rolle und die Angst vor negativen Konsequenzen.

Scham, Mut und psychologische Sicherheit

„Scham und Mut gehören in diesem Thema eng zusammen.“

Robert beschreibt, dass Menschen nur dann über Fehler sprechen, wenn sie sich sicher fühlen.Wenn sie nicht befürchten müssen, ausgeschlossen oder bestraft zu werden.

Diese psychologische Sicherheit entsteht nicht von allein. Sie entwickelt sich über Zeit - in Teams, in Familien und in der Gesellschaft.

Er macht deutlich, dass es nicht nur um Wohlbefinden geht, sondern auch um Verantwortung.Auch um die Konsequenzen, wenn Fehler nicht sichtbar werden.

Wo die Angst vor dem Scheitern entsteht

„Als unbescholtene Babys haben wir alle diesen Mut Fehler zu machen.“

Die Angst vor Fehlern ist nicht angeboren, sie entsteht über die Zeit.

Robert beschreibt den Einfluss von Erziehung und Schule und auch den Umgang unter Kindern selbst.

Vergleich spielt eine große Rolle: Wer ist besser? Wer gehört dazu?

Diese Dynamiken setzen sich später fort - im Beruf und im privaten Leben.

Selbstwert und der eigene Weg

„Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, wer man selber ist.“

Ein zentraler Teil des Gesprächs ist der Selbstwert. Robert beschreibt, wie wichtig es ist, die eigenen Stärken zu kennen.

Und zu hinterfragen, wessen Meinung wirklich zählt. Denn nicht jede Bewertung von außen ist relevant.

Er stellt immer wieder die gleiche Frage: Ist das mein Weg? Oder folge ich Erwartungen?

Dabei hilft ihm ein einfacher Check: Ob das, was er tut, zu seinem Ziel passt. Und ob es sich stimmig anfühlt.

Veränderung und Perspektivwechsel

„Wie schnell kann das denn gehen?“

Robert erzählt von seinem Unfall. Ein Moment, der vieles verändert hat. Ganz plötzlich, völlig ungeplant.

Er beschreibt, wie sich danach sein Blick verändert hat - auf sich selbst und seinen Alltag.

Ein Bruch, der dazu führte, dass er sich stärker mit sich selbst auseinandersetzt und bewusster entscheidet.

3 Takeaways aus dieser Folge

  1. Fehler werden oft nicht geteilt, weil sie sich emotional größer anfühlen als sie sind.

  2. Psychologische Sicherheit ist eine Voraussetzung dafür, offen mit Fehlern umzugehen.

  3. Selbstwert und Selbstkenntnis helfen dabei, Entscheidungen klarer zu treffen.

Ein Satz, der bleibt

„Ich glaube, Freude im Leben, Liebe im Leben sind gute Indikatoren dafür, man sich auf dem richtigen Weg befindet.“



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Kapitel der Folge

01:36 Einführung in die Fehlerkultur
05:56 Der Weg zur positiven Fehlerkultur
14:05 Scham und Mut im Umgang mit Fehlern
17:58 Psychologische Sicherheit in Organisationen
22:24 Veränderungen und deren Akzeptanz
23:19 Neuanfänge und die Angst vor Veränderungen
24:20 Fehlerkultur und Scheitern im Leben
25:47 Die Rolle von Bildung in der Fehlerkultur
28:49 Vergleich und Wettbewerb im Sport und im Leben
32:43 Selbstwert und psychologische Sicherheit
38:12 Umbrüche im Leben und deren Reflexion
39:18 Der Wendepunkt: Ein Unfall als Lebensveränderer
42:37 Reflexion und Selbstfindung: Der Weg zur inneren Wahrheit
45:34 Der Mut zur Veränderung: Braucht es einen großen Knall?
50:27 Die Bedeutung von Beziehungen: Perspektivenvielfalt im Leben

Mehr über Robert

Empfohlene Themen & Referenzen aus dem Gespräch

Atychiphobia - der klinische Begriff für die Angst vor dem Scheitern.

FuckUp Nights - ein Format, bei dem Menschen öffentlich über Scheitern und Lernen daraus sprechen; Robert hat die FuckUp Nights in Hamburg initiiert.

FUN Hamburg - Roberts Verein für positive Fehlerkultur, mit dem er besonders in Schulen tätig ist. 

Maslowsche Bedürfnispyramide - Bezugspunkt für das Bedürfnis nach Zugehörigkeit.

Michael Jordan - Beispiel aus dem Sport für Ehrgeiz, Selbstwert und Veränderung des eigenen Weges.

Psychologische Sicherheit - das Gefühl, sich in Gruppen oder Teams sicher genug zu fühlen, um Fehler, Unsicherheiten oder Schwächen offen ansprechen zu können.

Reflexionsimpuls

Wo vermeidest du gerade, über einen Fehler zu sprechen?
Und woran erkennst du, ob du auf deinem eigenen Weg bist?

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