Gefühle zulassen oder verdrängen? Wie wir unseren eigenen Umgang mit Emotionen finden

Gefühle, Emotionen, Selbstfürsorge, Coping-Flexibilität, Resilienz

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In dieser Montagsmotivationsfolge spricht Anna Papadopoulos über den Umgang mit Gefühlen. Sie erzählt von eigenen Erfahrungen mit Freude, Trauer, Wut und Selbstzweifeln. Ausgangspunkt der Folge ist die Frage: Was hilft eigentlich, wenn schwierige Gefühle auftauchen?

Es geht darum, wahrzunehmen, was in einer bestimmten Situation gerade gebraucht wird. Genau darin sieht Anna einen hilfreichen Gedanken, den sie in ihrer Recherche kennengelernt hat: Coping-Flexibilität.

"Nicht jede Strategie funktioniert in jeder Situation."

Viele Menschen wünschen sich eine Antwort darauf, wie sie mit unangenehmen Gefühlen umgehen sollten: Gefühle zulassen, sich ablenken, sich zusammenreißen oder mit jemandem sprechen.

Anna beschreibt, warum sie inzwischen davon überzeugt ist, dass es darauf keine allgemeingültige Antwort gibt.

Manche Situationen lassen sich verändern, andere nicht.

Manchmal hilft es, aktiv zu werden. An anderen Tagen ist eine Pause hilfreicher. Dieselbe Handlung kann in einer Situation entlasten und in einer anderen Situation dazu führen, dass ein Thema dauerhaft vermieden wird.

Deshalb stellt sie sich heute vor einer Entscheidung einige einfache Fragen:

Was brauche ich gerade?

Kann ich die Situation verändern?

Kann ich meinen Umgang damit verändern?

Oder brauche ich zuerst Entlastung?

Allein diese Fragen nehmen für sie Druck heraus. Sie muss nicht sofort wissen, welcher Umgang der richtige ist.

"Es gibt Tage, an denen dieselbe Aufgabe viel mehr Kraft kostet."

Wie unterschiedlich sich Gefühle auswirken können, beschreibt Anna anhand einer Situation aus ihrem Arbeitsalltag.

Sie wollte neue Gäst:innen für ihren Podcast anschreiben. Eine Aufgabe, die sie bereits häufig erledigt hat.

An diesem Tag fühlte sich jede Nachricht deutlich schwerer an als sonst. Selbstzweifel wurden lauter. Gedanken darüber, ob ihr Podcast groß genug sei oder ob sie überhaupt anfragen dürfe, rückten in den Vordergrund.

Früher hätte sie versucht, trotzdem weiterzumachen. Mittlerweile entscheidet sie sich anders. Sie verschickt eine Anfrage und verschiebt die weiteren Nachrichten auf einen anderen Tag.

Für sie ist das inzwischen kein Aufgeben mehr. Denn es ist eher die Entscheidung, den eigenen Zustand ernst zu nehmen und nicht gegen ihn zu arbeiten.

"Ich konnte der Trauer nicht ausweichen."

Anna spricht intensiv über die Zeit nach dem Tod ihres Opas.

Zunächst versucht sie, die Trauer wegzudrücken. Sie lenkt sich ab und möchte verhindern, dass das Gefühl sie vollständig erreicht. Nach einigen Tagen merkt sie, dass das nicht funktioniert.

Sie meldet sich krank, bleibt zu Hause und gibt der Trauer Raum. Sie weint, wenn die Tränen kommen.

Im Rückblick beschreibt sie diese Erfahrung als etwas, das die Trauer nicht verschwinden ließ, sie aber verändert hat. Sie blieb traurig über den Verlust ihres Opas. Gleichzeitig rückte mit der Zeit aber auch die Dankbarkeit dafür in den Vordergrund, wie wichtig dieser Mensch für sie gewesen war.

Diese Erfahrung prägt bis heute ihren Blick auf den Umgang mit Trauer.

"Der Grund hinter einer Handlung macht den Unterschied."

Nicht jedes Gefühl möchte sofort verstanden werden. Manchmal braucht es Abstand.

Anna beschreibt, dass sie in manchen Situationen bewusst zu einer Serie greift und einen Abend mit Netflix verbringt.

Für sie ist das nicht automatisch Verdrängung. Entscheidend ist die Frage, warum sie das tut.

Ist sie erschöpft und braucht Entlastung? Oder versucht sie dauerhaft, unangenehmen Gefühlen auszuweichen?

Die Handlung kann dieselbe sein. Der Grund dahinter verändert ihre Bedeutung.

Deshalb versucht Anna heute weniger zu bewerten, welche Strategie grundsätzlich richtig oder falsch ist. Viel wichtiger ist für sie, ob sie ihr in diesem Moment wirklich hilft.

3 Takeaways aus dieser Folge

1. Es gibt keine Strategie, die immer passt.Jede Situation ist anders. Deshalb kann derselbe Umgang mit Gefühlen an einem Tag hilfreich sein und an einem anderen nicht.

2. Den eigenen Zustand wahrzunehmen verändert Entscheidungen.Wer merkt, wie viel Kraft gerade da ist, kann bewusster entscheiden, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Thema ist oder ob es besser auf später wartet.

3. Der Grund hinter einer Reaktion ist oft wichtiger als die Reaktion selbst.Eine Pause oder Ablenkung kann Entlastung sein. Sie kann aber auch Vermeidung werden. Der Unterschied liegt häufig in der eigenen Motivation.

Ein Satz, der bleibt

„Was gestern geholfen hat, muss nicht unbedingt heute passend sein.“


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Kapitel der Folge

00:01 Einführung in die Emotionen

01:40 Der Umgang mit negativen Emotionen

06:28 Trauer und ihre Verarbeitung

07:59 Umgang mit Konflikten und Harmonie

10:06 Eskapismus und Ablenkung

11:53 Abschluss und Reflexion

Empfohlene Themen & Referenzen

Coping-Flexibilität - der Gedanke, dass unterschiedliche Situationen unterschiedliche Strategien im Umgang mit Gefühlen erfordern.

Reflexionsimpuls

Welche Gefühle versuchen gerade, deine Aufmerksamkeit zu bekommen?

Woran merkst du, ob du im Moment eher Veränderung, Abstand oder Entlastung brauchst?

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