Was brauche ich, um zufrieden zu sein?
Zufriedenheit, Ziele, Erfolg, Veränderung, Lebensplanung
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Was brauche ich, um heute Abend zufrieden einschlafen zu können? Diese Frage begleitet Anna Papadopoulos seit einigen Jahren und hat ihren Blick darauf verändert, woran sie einen guten Tag misst.
In dieser Montagsmotivation von Wir schaffen es doch. blickt Anna auf ihre eigenen beruflichen Ziele zurück und erzählt, was sich mit dem Mutterwerden und später durch ihre Brustkrebserkrankung verändert hat. Es geht um große Ziele, um die Grenzen von Planbarkeit und um die Frage, warum Zufriedenheit nicht erst dann beginnen muss, wenn der nächste Meilenstein erreicht ist.
Wenn das nächste Ziel schon wartet
„Ich war eigentlich schon immer jemand, die gerne ein klares Bild davon hatte, wo es hingehen soll.“
Große Ziele haben Anna lange begleitet.
Nach der Schule wollte sie das richtige Studium finden und sich dort voll reinhängen. Während des Studiums entstand das Ziel, irgendwann Führungskraft in einem Konzern zu werden.
Später wollte sie in die Beratung wechseln. Als sie dort angekommen war, folgte bald das nächste Ziel: Partnerin werden.
Auch die Familienplanung war mit einer Vorstellung davon verbunden, wo sie beruflich vorher stehen wollte. Sie wollte das Gefühl haben, bereits etwas aufgebaut zu haben, bevor dieser neue Lebensabschnitt beginnt.
Diese Ziele waren für sie lange etwas Positives. Sie gaben ihr Orientierung. Anna arbeitete gerne, stürzte sich in Projekte und mochte das Gefühl, sich weiterzuentwickeln und Dinge gestalten zu können.
Gleichzeitig waren Familie, Freund:innen und ihr Mann immer wichtig. In dieser Lebensphase hatte sie jedoch die Möglichkeit, einen großen Teil ihrer Energie in ihren Beruf zu stecken.
Dann veränderten sich die Bedingungen.
Wenn sich das Leben nicht mehr genauso planen lässt
„Es war dieses langsame Verstehen, dass ich viele meiner Ziele gar nicht mehr allein beeinflussen konnte.“
Mit dem Mutterwerden wurde es schwieriger, berufliche Ziele auf dieselbe Art zu verfolgen.
Anna wollte weiterhin gestalten und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig war ihre Zeit nicht mehr ausschließlich ihre eigene.
Es gab Tage, an denen sie den Laptop bewusst zuklappte, obwohl sie noch etwas schaffen wollte. An anderen Tagen fehlte schlicht die Energie, die früher verfügbar gewesen war.
Damit wurde auch eine andere Erkenntnis immer deutlicher: Große Ziele hängen selten ausschließlich von uns selbst ab.
Wir können einen bestimmten Job anstreben. Wir können ein Unternehmen aufbauen oder versuchen, ein Projekt erfolgreich zu machen.
Trotzdem braucht es Zeit. Manchmal braucht es Glück oder Menschen, die an uns glauben. Dazu kommen Umstände, die wir selbst nicht steuern können.
„Und trotzdem bewerten wir unser Leben oft so, als hätten wir alles selbst in der Hand.“
Für Anna wurde genau das zunehmend anstrengend.
Ihr Gefühl von Erfolg war an Dinge geknüpft, die Monate oder Jahre entfernt lagen. Damit lag auch eine grundlegende Zufriedenheit häufig in der Zukunft.
Hinter dem nächsten Meilenstein. Hinter dem nächsten großen Ziel.
Als langfristige Pläne plötzlich ihre Sicherheit verloren
„Und dann kam meine Brustkrebserkrankung.“
Mit der Erkrankung veränderte sich Annas Blick auf Planbarkeit noch einmal grundlegend.
Von einem Tag auf den anderen waren langfristige Pläne nichts mehr, woran sie sich festhalten konnte.
Sie wusste nicht, was in den kommenden Monaten möglich sein würde. Sie wusste nicht, wie viel Kraft sie haben würde. Auch die Frage, welche Pläne überhaupt noch realistisch waren, ließ sich nicht beantworten.
Rückblickend wurde daraus eine wichtige Erkenntnis.
„Weil ich verstanden habe, wie zerbrechlich diese Vorstellung ist, dass sich das Leben sich über Jahre hinweg planen lässt.“
Das bedeutete für Anna jedoch nicht, mit dem Träumen aufzuhören.
Sie möchte ihren Podcast weiterentwickeln und Menschen erreichen. Sie möchte Projekte umsetzen und weiterhin gestalten.
Verändert hat sich etwas anderes.
Ihr Gefühl von Zufriedenheit soll nicht mehr davon abhängen, ob diese Ziele innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden.
Ein anderer Maßstab für einen guten Tag
„Was brauche ich eigentlich, um heute Abend zufrieden einschlafen zu können?“
Diese Frage holt den Blick zurück in den heutigen Tag.
Sie fragt nicht danach, ob der Fünfjahresplan näher gerückt ist. Entscheidend ist vielmehr, ob der heutige Tag so gelebt wurde, wie er an diesem Tag richtig war.
Und die Antwort darauf kann sehr unterschiedlich aussehen.
Es gibt Tage, an denen Anna zufrieden ins Bett geht, weil sie konzentriert gearbeitet oder eine Idee umgesetzt hat. An anderen Tagen entsteht dieses Gefühl, weil sie viel Spaß mit ihren Kindern hatte oder stundenlang mit einer Freundin gesprochen hat.
Manchmal merkt sie auch, dass ihr Körper Ruhe braucht und gibt ihm diese Ruhe.
„Früher hätte ich viele dieser Tage wahrscheinlich als unproduktiv bezeichnet.“
Heute können genau diese Tage diejenigen sein, die zu diesem Moment und zu ihrer Situation passen.
Damit verändert sich auch die Frage, woran wir einen guten Tag messen.
Zufriedenheit muss nicht warten, bis alles erledigt ist
„Schwierig wird es nur dann, wenn wir glauben, Zufriedenheit wäre eine Belohnung, die wir erst bekommen, wenn alles erledigt ist.“
Ziele und Leistung können etwas Gutes sein. Problematisch wird es für Anna dort, wo Zufriedenheit immer erst nach dem nächsten erledigten Punkt wartet.
Denn wann ist tatsächlich alles erledigt?
Fast immer gibt es noch eine Aufgabe. Eine E-Mail wartet. Ein Projekt ist noch nicht abgeschlossen oder etwas könnte verbessert werden.
Wer auf den Moment wartet, in dem wirklich alles geschafft ist, wartet möglicherweise sehr lange.
Dabei bedeutet zufrieden einzuschlafen für Anna nicht, dass jeder Tag schön gewesen sein muss.
Es gibt traurige Tage und Tage voller Sorgen. Es passieren Dinge, die wir uns nicht ausgesucht hätten.
Entscheidend ist für sie vielmehr die Frage, wie sie mit diesem Tag umgegangen ist. Ob sie sich selbst gerecht geworden ist und das getan hat, was sie an diesem Tag als wichtig empfunden hat.
Die großen Träume dürfen dabei bleiben.
Nur die Zufriedenheit muss nicht warten, bis sie irgendwann erreicht sind.
3 Takeaways aus dieser Folge
1. Große Ziele können Orientierung geben, liegen aber nicht vollständig in unserer Hand.Zeit, andere Menschen und Lebensumstände beeinflussen mit, ob und wann wir ein Ziel erreichen.
2. Zufriedenheit muss nicht hinter dem nächsten Meilenstein warten.Die Frage „Was brauche ich, um heute Abend zufrieden einschlafen zu können?“ richtet den Blick auf den konkreten Tag.
3. Ein guter Tag kann sehr unterschiedlich aussehen.Manchmal bedeutet er, etwas vorangebracht zu haben. An einem anderen Tag kann Zeit mit den Kindern oder die Ruhe, die der eigene Körper braucht, genau das Richtige sein.
Ein Satz, der bleibt
„Unser Leben findet nicht in fünf Jahren statt. Es findet heute statt.“
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Reflexionsimpuls
Was brauchst du, um heute Abend zufrieden einschlafen zu können?
Woran würdest du merken, dass dieser Tag für dich ein guter Tag war?
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