Wie du mentale Überforderung reduzierst und gedanklich besser abschaltest

Mentale Überforderung, Gedankenkarussell, Task Switching, Familie, Arbeit, Fokus

🎧 Höre hier die ganze Folge

In dieser Montagsmotivationsfolge von „Wir schaffen es doch.“ spricht Anna Papadopoulos über mentale Gleichzeitigkeit im Alltag. Ausgangspunkt ist eine Situation mit ihren Kindern beim Puzzeln. Obwohl der Moment ruhig war, tauchten immer wieder Arbeitsthemen in ihrem Kopf auf.

Die Folge dreht sich um die Frage, warum Gedanken oft gleichzeitig Aufmerksamkeit wollen und weshalb genau das so anstrengend sein kann. Anna erzählt von einem inneren Bild, das ihr hilft, Arbeit, Familie und eigene Bedürfnisse klarer voneinander zu trennen. Ergänzt wird die persönliche Erfahrung durch wissenschaftliche Gedanken zu Task Switching, Kontextwechsel und inneren Anteilen.

„Es war, als würden alle Themen gleichzeitig sprechen wollen.“

Anna beschreibt das Gefühl, innerlich ständig zwischen verschiedenen Bereichen zu wechseln. Nicht nur Aufgaben waren präsent, auch Gedanken an Arbeit, Familie und Organisation liefen gleichzeitig weiter.

Dadurch entsteht oft ein Gefühl von Dichte und Unruhe.

Sie beschreibt, dass sie besonders in der Vergangenheit oft weder im einen noch im anderen Bereich wirklich präsent war. Besonders deutlich wurde das in Momenten, die eigentlich richtig ruhig und schön waren.

Beim Puzzeln mit ihren Kindern bemerkte sie beispielsweise, wie Arbeitsthemen immer wieder auftauchten. Obwohl sie bewusst Zeit mit ihrer Familie verbringen wollte, sprang ihr Kopf gedanklich an andere Orte.

Das Bild der verschiedenen „Gehirne“

„Ich stelle mir vor, dass ich unterschiedliche Gehirne habe.“

Um besser mit dieser Gleichzeitigkeit umzugehen, begann Anna mit einem inneren Bild zu arbeiten. Erst war es ein fixer Gedanke und über die Zeit wurde es immer hilfreicher.

Sie unterscheidet zwischen einem beruflichen Gehirn, einem Familiengehirn und einem dritten Gehirn, das nur für sie selbst da ist.

Wenn sie arbeitet, entscheidet sie bewusst: Jetzt ist das berufliche Gehirn dran.

Wenn sie Zeit mit ihrer Familie verbringt, aktiviert sie innerlich das Familiengehirn.

Die anderen Bereiche verschwinden dabei nicht. Sie werden nur vorübergehend „abgelegt“.

Dieses Bild hilft ihr dabei, Gedanken nicht permanent festhalten zu müssen.

Sie beschreibt, dass dadurch mehr Raum im Kopf entsteht. Nicht mehr alles gleichzeitig präsent halten zu müssen, fühlt sich für sie entlastend an.

Vertrauen statt ständiges Festhalten

„Ich habe angefangen, darauf zu vertrauen, dass das jeweils andere Gehirn sich kümmern wird.“

Ein wichtiger Teil dieses Prozesses ist Vertrauen.

Anna beschreibt, dass sie früher oft das Gefühl hatte, Gedanken sofort bearbeiten zu müssen, damit nichts verloren geht.

Heute versucht sie, Gedanken wahrzunehmen, ohne sie direkt festzuhalten.

Wenn ein Arbeitsthema während der Familienzeit auftaucht, erinnert sie sich bewusst daran, dass sich später das berufliche Gehirn darum kümmern wird.

Manchmal schreibt sie sich Gedanken kurz auf. Danach lässt sie sie weiterziehen.

Sie beschreibt auch, dass dieses Vorgehen nicht automatisch funktioniert. Es gibt Tage, an denen sie das komplett vergisst. Dann entsteht wieder das alte Gefühl von Unruhe und innerer Überforderung.

Oft hilft ihr schon ein kurzes Innehalten, ein kurzes Registrieren, dass sich die Gehirne wieder vermischen.

Dann sagt sie sich bewusst: “Jetzt ist das Familiengehirn dran.”Oder: “Jetzt ist das Arbeitsgehirn dran.”

Das „Anna-Gehirn“

Besonders offen spricht Anna über das dritte Gehirn. Das „Anna-Gehirn“.

Also den Teil, der sich weder um Arbeit noch um Familie kümmert.

Sie merkt, dass dieser Bereich aktuell oft zu wenig Raum bekommt.

Trotzdem spürt sie, dass genau dieser Teil langfristig wichtig sein könnte.

Deshalb versucht sie, kleine Momente nur für sich selbst zu schaffen. Zum Beispiel am Abend, bei einer Pause am Nachmittag oder beim bewussten Essen.

Noch fühlt sich das nicht selbstverständlich an, aber sie merkt, dass es ihr guttut.

Wissenschaftliche Gedanken zur Folge

Im Rahmen der Podcastfolge hat sich Anna auch mit wissenschaftlichen Ansätzen beschäftigt.

Sie spricht über das Konzept des Task Switching. Dabei geht es um die mentale Umstellungszeit, die entsteht, wenn wir zwischen verschiedenen Themen wechseln.

Dieses ständige Springen zwischen Arbeit, Alltag und Gedanken kostet Energie und kann das Gefühl von Unruhe verstärken.

Auch der Kontextwechsel hat in diesem Zusammenhang eine Relevanz.

Unser Gehirn arbeitet oft klarer, wenn ein stabiler innerer Kontext vorhanden ist.

Der Satz „Jetzt ist das Familiengehirn dran“ kann genau so einen Kontext schaffen.

Außerdem erwähnt Anna die Arbeit mit inneren Anteilen und verweist auf eine frühere Podcastfolge zum Thema „inneres Team“.

3 Takeaways aus dieser Folge

1. Mentale Überforderung entsteht nicht nur durch zu viele Aufgaben

Oft entsteht Druck auch dadurch, dass innerlich alles gleichzeitig präsent bleibt.

2. Bewusste innere Übergänge können entlasten

Schon ein kurzer Moment des Innehaltens kann helfen, gedanklich klarer zwischen verschiedenen Rollen zu wechseln. Wie das am besten gelingt? Höre dazu die Folge “Stoppen. Durchatmen. Nachdenken. Handeln.”

3. Eigene Bedürfnisse brauchen ebenfalls Raum

Das „Anna-Gehirn“ steht für den Teil, der im Alltag oft zu kurz kommt und trotzdem wichtig bleibt.

Ein Satz, der bleibt

„Ich muss nicht alles gleichzeitig festhalten, damit nichts verloren geht.“

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Kapitel der Folge

00:01 Einführung in das Thema

02:15 Die Herausforderung der Gedankenorganisation

02:56 Das Konzept der verschiedenen Gehirne

07:01 Wissenschaftliche Ansätze zur Gedankenorganisation

08:56 Praktische Tipps zur Anwendung im Alltag

Empfohlene Themen & Referenzen

Task Switching – mentale Umstellungsprozesse beim Wechsel zwischen Aufgaben

Kontextwechsel – Bedeutung stabiler mentaler Zuständigkeiten

Innere Anteile / inneres Team – psychologischer Ansatz zu unterschiedlichen inneren Rollen

Reflexionsimpuls

Welche Bereiche in deinem Alltag wollen oft gleichzeitig Aufmerksamkeit?

Was verändert sich, wenn du innerlich bewusst entscheidest, was gerade dran ist?

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